ich, du, wir – füreinander – miteinander – Wir gestalten gemeinsam unser Lernzuhause!

Lernzeit versus Hausaufgaben

Im Rahmen einer Zukunftswerkstatt entstand bei allen Mitarbeiter*innen der ALGS der Wunsch, den Nachmittag wieder im Sinne von Astrid Lindgren für die Kinder als eine „freie und selbstbestimmte Zeit“ zu gestalten. Das Wort Arbeitsgemeinschaft beinhaltet das Wort ARBEITEN – genau dies soll aber im Nachmittag der ALGS nicht verwendet werden. Die Kinder sollen in Clubs die Möglichkeit haben zu spielen, zu entdecken, ihren Interessen nachzugehen und sich frei zu entfalten (s. OGS-Konzept) – ganz im Sinne der Namensgeberin der Schule:

„Und dann muss man ja auch noch Zeit haben, einfach dazusitzen und vor sich hinzuschauen“ bis hin zu „Lesen ist ein grenzenloses Abenteuer der Kindheit“.

Die Konsequenz war (neben der Umbenennung der AG‘s) auch die Umgestaltung der Lernzeiten sowohl organisatorischer als auch inhaltlicher Art.

Organisatorisch bedeutete dies, dass die Lernzeiten nicht mehr am Nachmittag, sondern in den Randstunden des Vormittags stattfinden, so dass in jeder Klasse vier Lernzeiten im direkten Anschluss an den Unterricht durchgeführt werden. In der SEP sind 30 Minuten und in den Stufen drei und vier 45 Minuten vorgesehen. Die Lehrkräfte, die in den Lernzeiten eingesetzt sind, fördern einzelne Kinder oder leistungshomogene Kleingruppen.

Inhaltlich basieren die neugestalteten Lernzeiten auf dem Leitsatz:

WER WEISS, WIE LERNEN GEHT, KANN SELBSTSTÄNDIG LERNEN

Die Schüler*innen sollen je nach Kompetenzstand (Erde, Mond, Sonne s. Kompetenzraster im Anhang) eine Lernzeitaufgabe mit Hilfe (Erde), mit Unterstützung im Bedarfsfall (Mond) oder selbstständig (Sonne) in einem Fach / fächerübergreifend festlegen und ein konkretes Lernziel aus vorgegebenen Aufgaben (Erde), aus teilweise vorgegebenen Ausgaben (Mond) oder frei (Sonne) formulieren.

Dabei überlegen sie in ihren Möglichkeiten, welche Lernschritte, welcher Lernort, welche Unterstützung, welche Materialien und wieviel Zeit benötigt wird, um die Lernzeitaufgabe erfolgreich zu bewältigen.

Ziel ist dabei die Schule als einen Ort vom Lehren zum Lernen zu transformieren und die vier K´s (Kommunikation, kritisches Denken, Kreativität und Kollaboration) zu implementieren. Die Schüler*innen sollen durch das selbstständige und selbstregulierte Lernen für eine sich schnellwandelnde Zeit, eine digitale Zukunft und den Einfluss der künstlichen Intelligenz gestärkt werden.

Weitere Gedanken zum srL

Das in der Lernzeit erfolgreich eingeführte selbstregulierte Lernen sollte auch im Schulvormittag mehr Raum bekommen. Der erste Schritt ist die Einführung des neuen Lehrwerk „Matherad“ . Dies ist „ein Lehrwerk, das durch eine auf das eigene Lerntempo abgestimmte Bearbeitung, motivierende Elemente wie das Fortschrittposter und Aufgaben im eigenen Tempo das selbstregulierte Lernen fördert“ (Klett)

Im Fach Deutsch soll über die Erstellung einer Lesestraße den Kindern die Möglichkeit gegeben werden, über die drei Lesezeiten hinaus, selbstreguliert oder mit Unterstützung einzelne Lesekompetenzen aufzubauen und / oder zu vertiefen.

Durch das Raumkonzept wird den Schüler*innen die Möglichkeit gegeben, sich einen Lernort frei zu wählen. Flure werden zum selbstständigen Lernen genutzt. Vermehrt muss darauf geachtet werden, dass diese sich als Schleichlernort (leise Arbeitsatmosphäre) entwickeln.

Weitere Ideen/Visionen zur Gestaltung des Lernzuhauses:

Klassenräume = Inputräume mit Lernbändern bei KL in D und M parallel, um Lerngruppen und Räume zu öffnen
Nebenfächer in Projekten doppelstündig anbieten

Gruppen- und Fachräume = Lernateliers mit Lernbegleiter*innen

Treppenabsätze= Marktplatz zum Austausch

Material mit Selbstkontrolle Vom Tagesplan über Wochenplan zum offenen Plan
Bücher Ipads mit Taskcards Fachräder
Schüler*innen (Graduierung) Lerngruppe / Klasse Peergruppe im Lernen
Lernzeiten Selbstregulierendes Lernen Besetzung Einbettung in StundenplanUnterricht Input / Inhalte Räume
Personen Pädagog*innen /MA (Rollenverständnis) Inputgeber Coach Begleiter*innen
Rückmeldung zu den selbstgesteckten ZielenGelingensnachweise (zeitlich und inhaltlich differenziert)Eltern (Rückmeldungssysteme)

Fortbildungsnotwendigkeiten:

Fortbildung „Lerncoaching, Lernbegleiter*in und Inputgeber*in“

Am Ende sollte eine Verbesserung der Lernergebnisse, der Lernatmosphäre und der intrinsischen Motivation zu beobachten sein.