Konzept zum selbstregulierten Lernen an der Astrid Lindgren Schule
Die Schule zielt darauf ab, Schüler*innen in unterschiedlichen Kompetenzstufen in ihrem Lernen so zu unterstützen, dass ihre Selbstständigkeit gefördert und gefordert wird. Die Einteilung der Kinder erfolgt in drei Gruppen: Erde, Mond und Sonne, basierend auf ihrem individuellen Entwicklungsstand. Das Kompetenzraster wird gemeinsam im Stufenteam ausgefüllt und dient zur Orientierung.
| Das Kind kann | mit Hilfe | überwiegend selbständig | eigenständig |
| ein adäquates Ziel/ eine adäquate Lernzeitaufgabe finden | |||
| zügig in die Arbeit einsteigen | |||
| konzentriert arbeiten | |||
| sich Hilfsmittel / Material suchen | |||
| zwischenreflektieren bzw. zeitlich planen | |||
| die Arbeit umsetzen (EA, GA, Einbindung Lehrkräfte…) | |||
| die eigene Leistung realistisch einschätzen |
Kinder, die überwiegend mit Hilfe die Kompetenzen erreichen, gehören zur Erdengruppe. Kinder, die überwiegend selbstständig die Kompetenzen erfüllen können, gehören zur Mondgruppe und Kinder, die die Kompetenzen bereits erreicht haben, werden der Sonnengruppe zugeordnet.
Die Erdekinder arbeiten in der Lernzeit mit vorstrukturierten Lernzeitplänen oder konkreten Lernzielvorgaben bzw. Lernaufgaben.
Die Mondkinder können aus teilweise vorstruktrurierten Arbeitsplänen Aufgaben frei wählen und ggf. eigenständig ergänzen.
Die Sonnenkinder wählen in der Regel eigenständig die Aufgaben, die auch einen längeren Zeitraum in Form von Projekten umfassen können.
Zielsetzung ist hierbei:
– Förderung der Selbstregulierung und Selbstständigkeit im Lernprozess
– Entwicklung von Reflexionsfähigkeiten bezüglich der eigenen Lern-
strategien und der Wahl von Materialien
– Unterstützung aller Kinder in ihren individuellen Lernbedürfnissen
entsprechend ihrer Gruppeneinteilung
– Planung, Erarbeitung und Reflexion langfristiger und mehrschrittiger
Projekte
Methodische Umsetzung
Anhand einer Beispielgeschichte (s.Anhang) finden bereits im ersten Schuljahr in der Zeit zwischen Sommer- und Herbstferien Überlegungen zum zielgerichteten Arbeiten statt. Die Kinder sollen anhand einer Geschichte über eine misslungene Zubereitung eines Essens Aspekte wie Planung, Material, Arbeitsplatz u.ä. erkennen und auf ihr schulisches Arbeiten übertragen.
Im Rahmen der Förderung bzw. Hinführung zum srL wird besonderer Wert auf die Reflexionsphase gelegt. Dabei kann je nach Schwerpunkt die Wahl des Lernortes, die Wahl des*r Lernpartners*in, oder die Wahl der Lernaufgabe genau betrachtet und reflektiert werden.
Als Lernort stehen den Kindern verschiedene Lernpositionen im Stehen, Liegen und Sitzen sowohl im Klassenraum selbst als auch im Flur zur Verfügung. Die Wahl des Lernposition sollte individuell und kontextabhängig (z.B. liegen für entspannte oder kreative Aufgaben) sein. Durch das Angebot verschiedener Lernpositionen können die Kinder herausfinden, welche am besten zu den eigenen Bedürfnissen und zur jeweiligen Aufgabe passt. Bei der Wahl des Lernortes können die Kinder sowohl im Klassenraum als auch im gesamten Schulgebäude und -gelände einen Lernort wählen. Im Klassenraum bestimmt zum Beispiel die selbstgewählte Sozialform (Einzel-, Parter- oder Gruppenarbeit) oder die Aufmerksamkeitsfähigkeit den Lernort und es kann zwischen Einzel-, Doppel- oder Gruppentisch gewählt werden. Dabei kann die Ausrichtung nach außen, nach innen oder durch ein Lernbüro geschützt sein. Im Schulgebäude stehen den Kindern die Lernflure mit den Lerninseln, das Treppenhaus, das grüne Klassenzimmer auf dem Schulhof und das Kinderbüro oder die Bücherei zur Verfügung. Das Schulgebäude zu einem „Raum als dritter Erzieher“ umzugestalten, bietet den Lernenden unter anderem folgende Möglichkeiten:
- Förderung der kooperativen Atmosphäre durch offene Lernlandschaften
- Wohlfühlfaktor
- Kinästhetisches Lernen
- Vorbeugung von Haltungsschäden
- Flexibilität
- Selbstorganisation
- Schule zum Lebensraum mit Lernflächen
Die Wahl des*r Lernpartners*in in Phasen der selbstbestimmten Arbeit soll den Kindern ermöglichen, dass die soziale Angst und das Stresslevel gesenkt wird. Lernen ist ein Prozess, der für manche unsicher und angstbesetzt ist. Durch die freie Partnerwahl kann Vertrauen und Mut, Neues auszuprobieren und Fragen zu stellen, gestärkt werden und die Basis für Lernneugier schaffen. Die Partnerwahl dient der Steigerung der Selbstwirksamkeit. Die selbstgewählte Verantwortung und Autonomie können motivieren, das Lernen zielgerecht anzugehen. Die Kinder können lernen, dass ein*e Partner*in situations- und themenorientiert gewählt werden können.
Die Wahl der Lernaufgabe soll das individuelle Lerninteresse, die intrinsische Motivation sowie die realistische Einschätzung des eigenen Leistungsvermögens fördern.
Gespräche über Lernpositionen. Lernorte, Lernpartner*in und Einschätzung der eigenen Aufgaben spielen eine wichtige Rolle. In diesen Reflexionseinheiten müssen Transparenz über die Ziele und eine kooperative Atmosphäre mit Fehlerfreundlichkeit die Grundlage sein.
Am Ende jedes Schuljahres erfolgt eine Evaluation des Konzeptes in der Stufenbesprechung. Die Lehrer*innen diskutieren dabei Erfolge und Herausforderungen sowie die individuellen Entwicklungen der Kinder.
– Basierend auf den Ergebnissen werden Anpassungen vorgenommen, um das Konzept kontinuierlich zu verbessern und den Bedürfnissen der Schülerinnen und Schüler gerecht zu werden.
Das Konzept zum srL an der Astrid Lindgren Schule fördert die Selbstständigkeit und Reflexionsfähigkeit der Kinder auf verschiedene Weisen, angepasst an deren individuelle Lernbedürfnisse. Durch strukturierte Unterstützung und gezielte Methoden werden die Schüler*innen auf ihrem Weg optimal begleitet.


